Von Emilia Novak
Arnulf Rainer zählt zu den prägendsten Künstlern des europäischen Nachkriegszeitraums. Sein Schaffen – von Malerei über Druckgrafik bis hin zu Mischtechniken – setzt sich beständig mit den Grenzen von Darstellung, Form und Ästhetik auseinander. 1929 im österreichischen Baden geboren, entwickelte Rainer eine unverkennbare Handschrift, geprägt von Übermalungen, Schichtungen und einem expressiven Linienspiel. Sein Werk lädt uns dazu ein, tiefer in den seelischen und geistigen Raum des Menschseins einzutauchen.
Eine Sprache aus Linien und Schatten
Rainers Kunst ist von der Spannung zwischen Sichtbarem und Verborgenem bestimmt. In „Lila Wald“ (2001) – einer Kaltnadelradierung auf Kupferplatte – verdichten sich violette Linien zu einer scheinbar undurchdringlichen Fläche. Dieses Geflecht aus Farbe und Form lässt an einen Wald oder an innere Bewusstseinsräume denken. Durch diese subtilen Verflechtungen werden wir aufgefordert, genauer hinzusehen, uns in die Textur der Linie zu vertiefen und im scheinbaren Chaos einen Sinn zu entdecken.
