Von Emilia Novak
Vom Graffiti zur Galerie
Nicolas Party, geboren 1980 in Lausanne, Schweiz, begann seinen künstlerischen Weg nicht in einem klassischen Atelier, sondern auf den Wänden der Stadt. Als Teenager war er Teil einer eingeschworenen Graffitiszene, sprühte nachts heimlich Wandbilder und musste sich gelegentlich den Konsequenzen stellen. „Es macht Spaß, aber Nächte im Gefängnis werden irgendwann langweilig“, bemerkte er später. Mit 21 Jahren ließ Party das illegale Sprayen hinter sich, um eine formale Ausbildung zu beginnen – zunächst an der Kunstschule in Lausanne, dann absolvierte er einen Master of Fine Arts an der Glasgow School of Art. Es folgte eine Reise durch Epochen und Städte – Glasgow, Brüssel, New York – die seine Beziehung zur Kunstgeschichte zunehmend vertiefte.
Partys Werk bewegt sich zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Er bezieht sich auf Fresken der Renaissance, Schweizer Landschaften des 19. Jahrhunderts, Rokoko-Pastellisten wie Rosalba Carriera und surrealistische Meister wie René Magritte. Sein bevorzugtes Medium, das weiche Pastell, hat sich seit dem 18. Jahrhundert kaum verändert. Es heute zu verwenden, wirkt fast anachronistisch – doch Party nimmt diese Geschichte und Materialität bewusst an, um kühne, zeitgenössische Bilder zu schaffen, die zugleich leuchtend und traumhaft wirken.
Kritiker und Kuratoren betonen, wie das Pastell Partys Arbeiten eine besondere Tiefe verleiht: samtige Oberflächen, reines Pigment und ein matter Glanz, der sich fotografisch kaum einfangen lässt. Seine Stillleben, Porträts und Landschaften mögen thematisch klassisch sein, doch sie erscheinen absolut gegenwärtig. Party hat das Pastell zu einem ernstzunehmenden, ja sogar radikalen Medium gemacht, das kunsthistorische Tiefe mit moderner Energie verbindet.
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Nicolas Party: Renaissance-Echos in Surrealen Landschaften
Von Emilia Novak
Vom Graffiti zur Galerie
Nicolas Party, geboren 1980 in Lausanne, Schweiz, begann seinen künstlerischen Weg nicht in einem klassischen Atelier, sondern auf den Wänden der Stadt. Als Teenager war
